TOUCHDOWN (2016)

Installation 'touchdown' mit Zeichnungen (Kohle, Tusche)
im Goethe-Institut, Biennale DAK'ART OFF 2016, Dakar, Senegal (6.Mai - 3. Juni 2016)

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touchdown’, die erste Bodenberührung, wird in der Arbeitsserie von Merja Herzog-Hellstén als Momentaufnahme mit leichter zeitlicher und konzeptueller Ausdehnung behandelt.


Bekannt aus der Luftfahrt für den ersten Bodenkontakt des Flugzeuges sieht die finnisch-deutsche Künstlerin die landenden Flugzeuge als Zeichengeräte, deren Reifen schwarze Gummimarkierungen auf die jeweiligen Landebahnen auftragen: Überlappende Linien in variierender Breite, Länge und Stärke, die in fest definierten Zonen der Landebahnen vom Flugzeug “(auf-)gezeichnet“ werden. Minimalistische Ergebnisse, die gewöhnlich unbeachtet und nur kurzweilig verbleiben, bevor sie aus Sicherheitsgründen entfernt werden.


Für die Ausstellung ‚touchdown’ in Dakar, Senegal, zoomt Merja Herzog-Hellstén konzeptuell in den Moment des Touchdowns hinein und abstahiert verkleinert die von den Reifen der Flugzeuge produzierten Markierungen in einer Arbeitsserie für die Innenräume des Goethe-Institutes.


Muster schwarzer Kohlezeichnungen imitieren die Aufsetzpunkte der ankommenden Flugzeuge. Übertragen wurden nicht nur Markierungen des Reifenabriebes auf den Landebahnen, sondern auch die ersten Bodenberührungen der Fluggäste am Zielort. Für die ankommenden Menschen ist der „Touchdown“ mit einer Phase der Orientierung verbunden. Kreisende Richtungen – links oder rechts, beschleunigend oder abbremsend sind im Rahmen der ankommenden Orientierung typische Abläufe und Bewegungsmuster. So beinhalten Merja Herzog-Hellsténs Zeichnungen den Charakter von Rotationsspuren in variierender Geschwindigkeit.


In ihren Skulpturen ‚touchdown_construct’ nimmt sie diese Form des Kreisens aus den Zeichnungen auf und zitiert damit die menschlichen Bewegungsabläufe der Ankommenden in einer weiteren Dimension. Ein Hauch von Magie als Gegengewicht zur Komplexität der Aufgabe.