Das Konzept BIOGRAMME

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Kunsthistorikerin Karolina Breindl-Sarbia über BIOGRAMME (Ausschnitt aus dem Katalog BIOGRAMME)

Ein Gespräch mit der Künstlerin ergab folgendes Bild: Ein BIOGRAMM ist keine schematisch vereinfachte Abbildung einer erdachten Biographie. Ein BIOGRAMM ist auch nicht nach einer gehörten oder gelesenen Lebensgeschichte einer Person angefertigt. Merja Herzog-Hellstén ‚biogrammisiert‘ keinen Menschen, weder Fremde, Freunde oder Bekannte, noch sich selbst. (…)
Die Vorstellung eines Menschen fungiert für sie lediglich als Hilfskonstruktion, anhand dessen die Künstlerin der allgemeinen, abstrakten Frage nachgehen kann, welche Rhythmen menschlichem Leben zugrunde liegen. Merja Herzog-Hellstén interessiert der Rhythmus an sich, der Rhythmus, der zu einem Taktgeber für eine Struktur wird, die sich ergibt, wenn mehrere Rhythmen zusammen kommen. Der Künstlerin geht es daher nicht um die konkrete Aufzeichnung von Lebensrhythmen, die einer Person innewohnen, die ihr z.B. von außen durch die Arbeit, oder von innen durch selbst gewählte oder übernommene psychische Muster auferlegt werden.
Rhythmus im Sinne von Merja Herzog-Hellstén ist ein Strukturprinzip, das Ordnungen, Zusammenhänge, Verbindungen herstellt, die ohne den unsichtbaren Rhythmus im Hintergrund so nicht existieren würden. Die Künstlerin zeichnet dennoch Rhythmen auf, die Menschen beeinflussen und z.T auch definieren. Doch sie will darüber hinausgehend Ordnungsprinzipien finden, die das Leben im allgemein strukturieren, und – wie sie selbst sagt – die Übergänge eruieren, „ab wann Rhythmen Strukturen initiieren, die dann irgendwann sogar Routine werden?“ Das ist der Kerngedanke der BIOGRAMME, und dafür entwickelt Merja Herzog-Hellstén visuelle Muster.

Hanging FUGUE aus der Werkgruppe ‚Mantrische Fugen – SUPER REPETITION‘
Dreidimensionale BIOGRAMM-Formen

Rhythmen, egal ob konkret oder abstrakt, bilden das Material für BIOGRAMME. Immer sind es bewegte Rhythmen, die sich zu einem abstrakten Gebilde –als Zeichnung auf Papier, auf Leinwand, als Objekt oder als Installation – zusammenfügen. Der Bildhauer Alexander Calder, ein herausragender Vertreter der Künstlervereinigung ’Abstraction-Creation-Art non-figuratif‘, hat in den 30er Jahren zur Begründung seiner beweglichen MOBILES einen Gedanken formuliert, der in abgewandelter Form auch auf Merja Herzog-Hellsténs Arbeiten zutrifft. Er schreibt: „Warum nicht plastische Formen in Bewegung. Nicht einfach übersetzte oder rotierende Bewegung, sondern verschiedene Bewegungen unterschiedlicher Art, Geschwindigkeit und Reichweite untereinander kombiniert, ergeben ein Ganzes. So wie man Farben oder Formen komponieren kann, so kann man auch Bewegungen komponieren.“[1]In Anlehnung und Erweiterung dazu könnte man über die BIOGRAMME sagen: So wie man Farben, Formen oder Bewegung komponieren kann, so kann man auch Rhythmen komponieren. 


[1]Jacob Baal-Teshuva, Alexander Calder, Köln 2002, S.23


FUUGA Nr. III

BIOGRAMME

al-pha und Supra

high flow

FUUGA Nr. II

FUUGA Nr. I

al-pha 2D und 3D

FUUGA Nr. IV

Zwischen 2009 – 2011 wurde das Konzept BIOGRAMM in drei + 1 Ausstellungen aus jeweils verschiedenen und neuen Blickwinkeln erweitert. Die Ausstellungen fanden im Brühler Kunstverein, dem Kunstforum Mainturm, Flörsheim, der Galerie Heussenstamm, Frankfurt am Main und der (Galerie Trinkkur) Kunstverein Bad Nauheim statt. Ein Katalog ist zur dritten Ausstellung in Frankfurt erschienen.

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