Installationen und temporäre Interventionen

underline, (Detail) Installation mit Schriftzeichen aus Jungen Fichten, Stummen Tafeln und pürierten Textmassen Katalog
PARADISE SUPREME – Paradies finden oder erfinden? Katalog
Mit Text von Dorotheé Baer-Bogenschütz ‚Abschied vom Holozän – In PARADISE SUPREME verhandelt Merja Herzog-Hellstén die prekäre Stofflichkeit‘ 
AEHETTRA Katalog

Ausschnitt aus einem Gespräch zwischen Dorotheé Baer-Bogenschütz (DBB), KUNSTZEITUNG und Merja Herzog-Hellstén (MHH)

DBB: Warum ist die Installation für Sie so wichtig bzw. das zentrale Medium?
MHH: Die Installation bietet mir einen real existierenden Raum für konzeptuell multiperspektivische und -sensorische Annäherungen. Die auch für thematisch komplexe Umsetzungen geeignet ist.

Neben der 3-Dimensionalität, öffnet sich in der Installation zusätzlich durch die Besucherbewegung im Raum (zentral für mich) die zeitliche Dimension, die wiederum als menschliches Bindeglied das Leben als ganzes und den ausgesucht visualisierten Inhalt verbindet.
Darüber hinaus interessiert mich die Möglichkeit nicht-lineare Kommunikationsräume für den Dialog zwischen den visuellen Formen und den Besuchern zu schaffen.

Obwohl oder gerade weil Menschen im allgemeinen betrachtungsperspektivisch dazu tendieren bodenverankert zu rezipieren, rege ich eine erweiterte räumliche Wahrnehmung an, die über die menschliche Körper- oder Bodenverbundenheit hinausgeht.

Als ‚Raum-Komponistin’ öffnet sich mir dabei die Arbeitssituation einer betretbaren Sphäre, in der körperlich-geistige Vorstellungen und Anregungen vielfältig arrangiert werden können und zeitgleich durch die realen Besucher im Raum ein Bezug zum Hier und Jetzt ermöglicht wird. Die Beteiligung des multisensorisch stimulierten Betrachters ist dabei verschiedengradig wesentlich. Eine visuelle Realisation gänzlich ohne menschliche Beteiligung oder deren Berücksichtigung betrachtete ich entsprechend als unvollendet.

Installation ‚unentschieden!‘ (… nach dem Spiel …)
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Installation underline, 2021

„Der Akt des Unterstreichens hebt brisante Themen aus dem Dickicht hervor. Die Installation underline verbindet stumme Tafeln, wiedergekäute Textmassen und ein Dickicht über schriftzeichnerische Kommunikation.“ Industriehalle, Haus der Stadtgeschichte, Offenbach. (Detail: Stilisierte junge Fichten als räumliche Schriftzeichen, pürierte Textmassen und Stille Tafeln), Gesamtinstallation ca. 4 x 10 x 1 m.

Konsonanz – sucht das Freie doch die Nähe zur Ordnung

Detail Installation Konsonanz,Tuschemalerei und Acryl auf Holz, Mixed Media, Gesamtgröße ca. 7 x 5 x 4 m. In ihrer Ausstellung ‚Konsonanz‘ zeigt Merja Herzog-Hellstén Arbeiten, in denen ein potentielles Zusammenspiel/ Zusammenklingen gezeigt wird von zwei Gegensätzen wie Struktur und freischwebendem Körper. Sucht das Freie doch die Nähe zur Ordnung, versucht das Strukturierte doch das Freie zu bändigen – oder wollen sie mit- und nebeneinander wahrgenommen werden?

Biogramme ROTUNDE

2011, Kunstverein Bad Nauheim, in der Galerie Trinkkur. Zum Konzept BIOGRAMME, mit Fokus auf Fugenartige Wiederholung mit dem Titel ‚Mantrische Fugen – SUPER REPETITION‘, lud Merja Herzog-Hellstén den elektro-akustischen Komponisten Armando Tranquilino (Miami) ein, ein Parallelwerk zu schaffen. Nach der Uraufführung in Frankfurt (s.h. Installation ‚Mantrische Fugen – SUPER REPETITION‘, 2011) entstand die Version ‚Biogramme ROTUNDE‘, im dem auch Armando Tranquilinos Werk zu hören war.

CIRCUIT

Die Künstlerin Merja Herzog-Hellstén folgt einer Einladung seitens der Hanauer Museen in das Museum Großauheim, um im Dialog mit der alten Dampfmaschine ein Kunstwerk zu realisieren. CIRCUIT heißt ihre Arbeit, die sich mit Energiefluss auseinandersetzt. CIRCUIT besteht aus hängenden Skulpturen, die sich um die Dampfmaschine herum positionieren und die historische Dampfmaschine in ein aktuelles Setting verwandelt. Energie umzuwandeln und nutzbar zu machen oder sogar speichern und bei Bedarf abrufen zu können ist eine der bedeutsamen Entwicklungen unserer Technologie-Gesellschaft. Obwohl wir inzwischen Energie ganz verschiedener Quellen nutzen und damit Abhängigkeiten zu verteilen versuchen, erinnert uns die Dampfmaschine im Museum Großauheim an die Ursprünge und die Veränderungen unseres gesellschaftlichen Daseins durch die zunehmende Nutzbarkeit von Energie und insbesondere die Erfindung der Elektrizität. Die Nebenwirkungen von Energieverbrauch, Stromerzeugung und -Transport sind keineswegs geradlinig und unumstritten und werden aktuell immer wieder kontrovers diskutiert. 2016, Isolierrohr Gesamtgröße ca. 4 x 12 x 5 m.

Installation fluechtig

2005, in der thematische Doppelausstellung mit Anja Hantelmann (Malerei) setzten sie beide mit dem Konzept ‚flüchtig‘ auseinander. Der begehbarer Raum aus Rädern mißt 11 x 2 x 3 m und besteht aus Holzplanken, Holzrahmen und gepresste Folien. Die dichten Folienmassen kommen leicht in Bewegung mit einem sanftem Geräusch wenn der Betrachter/ Betrachterin als ‚WindmacherIn‘ über die schwingend nachgebenden Holzplanken durch die Installation tritt. Rosita Nenno, Kunsthistorikerin (Frankfurt) zur Installation: „Die Zeit ist Merja Herzog-Hellsténs Thema, die Zeit, die man braucht, um den Tunnel zu durchlaufen, die Zeit, die ihre Spuren hinterlässt durch chemische und physikalische Prozesse, die Zeit, die körperlich erfahrbar wird – oder sichtbar. Ich entschließe mich also, den opak-transparenten Raum zu betreten, bin allein mit mir auf dem meine Schritte wippend erwidernden Brückenbau. Fast tänzerisch setze ich einen Fuß bewusst vor den anderen, ich muss es tun, denn jede Bewegung kommt zu mir zurück, und die luftigen Membranen antworten mit leisen Geräuschen. Ein diffuses Licht in der Mitte lädt zum Innehalten ein, noch weiß ich nicht, was mich erwartet: ist es ein Sicherheitscheck wie am Flughafen, eine Überraschung, eine Erleuchtung? Was muss ich offen legen, wenn es gleich piept? – Doch es ist nur ein freundliches Zwischenstadium, ein Ruhemoment in der Zeit, ein Überprüfen dessen, was noch kommen kann. Dieser Augenblick teilt die Zeit in ein Davor – ein Jetzt – ein Danach. Die Erfahrung dieses Ganges hinterlässt ihre Spuren in mir, das Zurücklaufen ist nicht gleich sondern eine neue Erfahrung des nun nicht mehr unbekannten Raumes, das Déjà vu wird ergänzt durch die Komponente des wieder Neuen. In dieser Installation steuert jeder Besucher das individuelle Erleben von Raum und Zeit für sich selbst.“

Mantrische Fugen – SUPER REPETITION

(Detail), 2011, Heussenstamm Galerie, Frankfurt am Main.

Lichtinstallation Wirbel

2003, Detail, Mischtechnik und Licht, Remisen Galerie, Hanau, Gesamtgröße ca. 5 x 5 x 3,5 cm.

AEHETTRA

AEHETTRA – Raum und Programm, 2014, AusstellungsHalle 1A, Frankfurt am Main, 10 x 22 x 4 m. AEHETTRA folgt einem multisensorischen Konzept und beruht auf vielen, teilweise zeitgleich stattfindenden Sinneswahrnehmungen. Im Gegensatz zur linearen Lesbarkeit von verbalen Texten, bietet AEHETTRA-Raum eine multiperspektivische Lesemöglichkeit an.

CIRCUIT

Die Künstlerin Merja Herzog-Hellstén folgt einer Einladung seitens der Hanauer Museen in das Museum Großauheim, um im Dialog mit der alten Dampfmaschine ein Kunstwerk zu realisieren. CIRCUIT heißt ihre Arbeit, die sich mit Energiefluss auseinandersetzt. CIRCUIT besteht aus hängenden Skulpturen, die sich um die Dampfmaschine herum positionieren und die historische Dampfmaschine in ein aktuelles Setting verwandelt. Energie umzuwandeln und nutzbar zu machen oder sogar speichern und bei Bedarf abrufen zu können ist eine der bedeutsamen Entwicklungen unserer Technologie-Gesellschaft. Obwohl wir inzwischen Energie ganz verschiedener Quellen nutzen und damit Abhängigkeiten zu verteilen versuchen, erinnert uns die Dampfmaschine im Museum Großauheim an die Ursprünge und die Veränderungen unseres gesellschaftlichen Daseins durch die zunehmende Nutzbarkeit von Energie und insbesondere die Erfindung der Elektrizität. Die Nebenwirkungen von Energieverbrauch, Stromerzeugung und -Transport sind keineswegs geradlinig und unumstritten und werden aktuell immer wieder kontrovers diskutiert. 2016, Isolierrohr Gesamtgröße ca. 4 x 12 x 5 m.

Installation TOUCHDOWN_Construct zu den Kohlezeichnungen

2016, Dak’ART, Goethe Institut, Dakar, Senegal, Kohlezeichnungen 150 x 150 cm und 100 x 100 cm sowie Installation aus Isolierrohr, Größe ca. 3,5 x 8 x 3,5 m. ‚touchdown’, die erste Bodenberührung. Bekannt aus der Luftfahrt für den ersten Bodenkontakt des Flugzeuges sieht die Künstlerin die landenden Flugzeuge als Zeichengeräte, deren Reifen schwarze Gummimarkierungen auf die jeweiligen Landebahnen auftragen: Überlappende Linien in variierender Breite, Länge und Stärke, die in fest definierten Zonen der Landebahnen vom Flugzeug “(auf-)gezeichnet“ werden. Minimalistische Ergebnisse, die gewöhnlich unbeachtet und nur kurzweilig verbleiben, bevor sie aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Für die Ausstellung ‚touchdown’ in Dakar, Senegal, zoomt Merja Herzog-Hellstén konzeptuell in den Moment des Touchdowns hinein und abstahiert verkleinert die von den Reifen der Flugzeuge produzierten Markierungen in einer Arbeitsserie für die Innenräume des Goethe-Institutes. Muster schwarzer Kohlezeichnungen imitieren die Aufsetzpunkte der ankommenden Flugzeuge. Für die ankommenden Menschen ist der „Touchdown“ mit einer Phase der Orientierung verbunden. Kreisende Richtungen – links oder rechts, beschleunigend oder abbremsend sind im Rahmen der ankommenden Orientierung typische Abläufe und Bewegungsmuster. So beinhalten Merja Herzog-Hellsténs Zeichnungen den Charakter von Rotationsspuren in variierender Geschwindigkeit. In ihren Skulpturen ‚touchdown_construct’ nimmt sie diese Form des Kreisens aus den Zeichnungen auf und zitiert damit die menschlichen Bewegungsabläufe der Ankommenden in einer weiteren Dimension. => VIDEO (aus Dakar)

Lichtinstallation LUFTLINIEN

2003, die Lichtinstallation ist entstanden als künstlerisches Kartierungsprojekt zur Entstehung einer Linie. Das empirische Prozess und die darin gesammelten Erfahrungen ließen sich am nächsten mit Hilfe des Lichts visuell transportieren. Die Darstellung der nicht-materiellen LUFTLINIEN korrespondiert laut Merja Herzog-Hellstén eng mit dem Arbeitsprozess. Die Entstehung einer Linie wurde kartiert und die Beobachtungen, die damit gebunden waren, werden als LUFTLINIEN dargestellt. Lichtkörper in einem Dunkelkammer von ca. 100 x 200 x 160 cm Größe.

Mantrische Fugen – SUPER REPETITION

2011, Heussenstamm Galerie, Frankfurt am Main. Als Fortsetzung zum BIOGRAMM-Konzept von Merja Herzog-Hellstén ist die Installation Mantrische Fugen – SUPER REPETITION entstanden. Ein visuell gewordener rhythmischer Raum nach dem Strukturprinzip von Merja Herzog-Hellstén. Auf ihre Einladung komponierte der elektro-akustische Komponist Armando Tranquilino (Miami, USA) ein Parallelwerk als Erweiterung des rhythmischen Konzeptes. Seine Komposition wurde 2011 in Frankfurt uraufgeführt. Nachfolgend zu dieser Installation entstand die Variation Biogramme – ROTUNDE für Kunstverein Bad Nauheim, wo Tranquilinos Komposition auch in seiner Anwesenheit zu erleben war.

al-pha und Supra

2010, al-pha und Supra, Kunstverein Bruehl. Die Ausstellung al-pha ist eine Fortführung des Konzeptes BIOGRAMME.

etwa ein durchgangsraum

2001, Filmstills, Installation mit Performance, Museum Schloss Philippsruhe, Hanau. Zeichnungen, 1.000 Eierschalenhälfte, Geräusche, Schaumstoffschuhe .

Going Places

1999, Detail ‚Going Places‘ aus der Installation ‚Wo die Schatten lange liegen‘, Galerie im Turm, Reutlingen. Die visuelle Installation aus Mixed Media (400 x 245 x 250 cm) wurde durch Ruder-Sound-Kulisse begleitet.

TOUCHDOWN 152,4, Galerie Soeffing, Frankfurt am Main

2017, Galerie Soeffing, Frankfurt.Foto: W. Breitinger. Nachdem die Künstlerin Merja Herzog-Hellstén im Mai 2016 auf Einladung des Goethe-Institutes in Dakar, Senegal im Rahmen der DAK’ART OFF konzeptuell das landende Flugzeug mit dessen grafischen Gummimarkierungen innerhalb der Aufsetzzone als imaginäres Zeichengerät benutzte, führt sie nun das Konzept in Frankfurt fort und verdichtet die individuellen Markierungen der Ankommenden (Flugzeuge) in der Skulptur TOUCHDOWN 152,4. Der Moment des Ankommens verdichtet sich in monumentalem Maßstab in den Mustern innerhalb der Aufsetzzone (touchdown zone), die durch den Abrieb von Flugzeugreifen beim Auftreffen auf einer Landebahn entstehen. Bei großen Flughäfen gliedern Markierungen die Aufsetzzone der Flugzeuge in mehrere Teilbereiche von je 152,4 Metern (500 feet). TOUCHDOWN 152,4 steht analog zum ersten Bodenkontakt in einem dieser Teilbereiche. Ausstellungsansicht: touchdown 152,4, TD_Zeichnung 100 x 100 cm Kohle und Tusche auf Papier (2016, Rückwand), TD_which way (hängende Skulptur, 2017 hinten), TD_tracing back (hängende Skulptur, vorne, 2017)

Intervallic Absence – zum Geysir von Andernach

In Kooperation mit dem elektro-akustischen Komponisten Armando Tranquilino (Miami, USA) realisierte Merja Herzog-Hellsten einen auf Rhythmen basiertes Konzept. Der Andernacher Geysir folgt einen fast binären Struktur von sprühen – nicht sprühen – sprühen. In Gegensatz zu menschlichen und gesellschaftlichen Rhythmen ist dieser Taktung äußerst minimalistisch. Als Vergleich dazu entwickelte Merja Herzog-Hellstén ihre BIOGRAMME, die als visuelle Übersetzung zum Bündnis der zeitgleich stattfindenden menschlichen und gesellschaftlichen Rhythmen konzipiert wurden. Armando Tranquilino wiederum übersetzte dieses Konzept in das akustische.

Installation Baumtueten

1997, Mixed Media (Keramik, Stoff-Paneele, Licht) Installation. Universität Tuebingen.

FROZEN FLASHES In Between the Alternatives

2009, Industriehalle, Haus der Stadtgeschichte, Offenbach am Main. Foto: W. Breitinger. Installation und Konzept von Merja Herzog-Hellstén mit elektro-akustische Komposition von Roderik de Man (Amsterdam). Katalog

BORDER ZONE

2004, Kommunale Galerie, Justus-Liebig-Haus, Darmstadt. Installations- und Innenansicht, Mischtechnik, 9 x 4 x 2,4 m. Katalog

etwa ein durchgangsraum

2001, Installation mit Performance, Museum Schloss Philippsruhe, Hanau. Zeichnungen, 1.000 Eierschalenhälfte, Geräusche, Schaumstoffschuhe.

Installation LUX und Wandarbeiten ImNu

2008, Kulturwerkstatt HAUS 10, Fürstenfeld, Fürstenfeldbruck. Ausstellung „ZEITFENSTER“ zusammen mit Dorothea Frigo (München) und Barbara Beisinghoff (Kassel). Ansicht der Installation „LUX“ mit einigen Wandarbeiten „Im Nu“ in der Technik der Luftblasen-Malerei mit Folie. Wandarbeiten klein 40 x 90 cm, groß 90 x 200 cm, Installation ca. 400 x 500 x 120 cm.

MULTIPLE CHOICE Detail

2014, City Kirche Konkordien, Mannheim, eine Intervention. Die Installation ‚MULTIPLE CHOICE‘ stellt eine Schnittstelle zwischen dem naturwissenschaftlichen und religiösen Suchprozess dar. Aus beiden Blickwinkeln betrachtend, versucht der Mensch das Leben zu verstehen. Eine Vielzahl von Modellen, Theorien, Hypothesen, Vermutungen, Fakten und eine Glaube helfen ihm dabei. In der Konkordien Kirche unterstützen vielseitige interreligiöse Fragestellungen die sinnstiftende Suche. Im Teilchenbeschleuniger der CERN such(t)en Physiker nach den Higgs-Teilchen (Higgs-Boson), das seine Masse durch die Wechselwirkung mit dessen Umgebung – dem Higgs-Feld – erhält. Die Physiker versuch(t)en das Standardmodell der Elementarphysik nachzuweisen. Manche bezeichnen dieses Elementarteilchen auch als GOTTESTEILCHEN. Künstlerisch transportiert wird das Konzept der Suche mit mehr als einem Kilometer langen ‚Tunnel-Röhren‘, die als lineare Raumzeichnungen über den Kirchenbänken aufgehängt werden. Die linienförmigen Tunnel-Röhren führen entweder zu potentiellen Zielen oder sie sind offen/ unterbrochen am Anfang oder Ende. Sie erzeugen durch a) die variierenden Kurvenradien, Linienlängen und Durchmesser b) durch ihre hohe sich wiederholende Anzahl und c) durch die verdichteten Verknotungen ein Gefühl 1) von multiplen Geschwindigkeiten, 2) von einer Vielfalt von Möglichkeiten, 3) von einem variierenden Grad von Komplexität.

MULTIPLE CHOICE (Variation)

2014, MULTIPLE CHOICE (Variation, Detail im Vordergrund, Ottmar Hörls Arbeiten im Hintergrund an der Wand) zur Ausstellung KUNST-STOFF-KUNST, Kunstverein Bad Nauheim. Kuratiert von Jürgen Wegener. Teilnehmende KünstlerInnen: Tobias Ballweg, Ute Bartel, Thomas Baumgärtel, Thomas Bayerle & Helga Lukowski, Manfred Damm, Klaus Müller-Domnick, Michael Ecker, Margret Eicher, Anja Exner, Manfred Glöckler, Ted Green, Mark Hegmans, Merja Herzog-Hellstén, Johannes Peter Hölzinger, Hiltrud Hölzinger, Ottmar Hörl, Ina Holitzka, Karl-Heinz Horcher, Caspar Hüter, Urban Hüter, Thoms Kahl, Emilia Neumann, Werner Neuwirth, Frederike Oeser, Stefan Pietryga, Iryna Pryval, Carmen Pfanner, Jox Reuss, Vera Röhm, Regine Schumann, Dieter Schuster, Peter Thoms, Maia Tskvitaia, Uta B. Waeger & Peter Weber, Heide Weidele, Petra Weifenbach, Jürgen Wegener & Sylvia Kohlgrüber.

Minute Circumstance I

2009, EVO-Turm, Ausstellung Kunstpreis Regionale Künstler, EVO-AG, Offenbach am Main.

FROZEN FLASHES In Between the Alternatives

2009, Industriehalle, Haus der Stadtgeschichte, Offenbach am Main. Foto: W. Breitinger. Installation und Konzept von Merja Herzog-Hellstén mit elektro-akustische Komposition von Roderik de Man (Amsterdam). Katalog

Mittlere Sphäre

2011, Johanneskirche, Hanau, Foto: Ritschel. Die hängende Skulptur ‚Mittlere Sphaere’ ist spezifisch für die zeitweilige Jahreszeit und für die Johanneskirche in Hanau konzipiert. Vertikal gesehen hängt die Skulptur erhöht vom Boden und belegt damit den Raum zwischen ‚OBEN und UNTEN’. Ob von unten nach oben gelesen wird oder umgekehrt ist nicht mit Sicherheit von der Skulptur zu entnehmen, da die Positionierung der Wurzeln nicht nur in deren gewöhnliche Vertikallage wiederzuentdecken sind. Zeitlich gesehen steht das Werk in Verbindung mit dem vergangenem und mit dem kommendem. Drei verschiedene Formabschnitte der ca. 30-jährige Weinrebe (Müller Thorgau) sind die Hauptbestandteile des Werkes. Formalästhetisch wirkt die Skulptur wie eine verdichtete Raumzeichnung dank dessen vielen lebendigen, herausragenden und ineinander verwobenen Linien. Diese Linien sind mit einer Kalkmischung und Acrylfarbe leicht überstrichen. Ein kreisförmiges Bett aus Mehl direkt unterhalb der Skulptur ist wie eine Leinwand für die Schattenlinien der Äste und Wurzeln.

Deutschland Gesicht, SCANNER_wir sprechen uns

2008, Lichtkunst-Installation zur Luminale Frankfurt/ Offenbach, Rathaus Stadt Offenbach am Main. Das Motiv WIR SPRECHEN UNS der Künstlerin Merja Herzog-Hellstén stellt die DEUTSCHLAND-Karte mit einem Gesicht dar. In ihrer Lichtkunst-Installation „SCANNER“ hat das Motiv WIR SPRECHEN UNS zusätzlich einen Punkt für den Ort – hier OFFENBACH AM MAIN, wo der „SCANNER“ die Farben des Ortes symbolhaft einscannen wird. Die wechselwirkende Kommunikation zwischen Mensch und seiner Umgebung (Land) in Farben übersetzt ist der Kerngedanke dieser Arbeit. Zur Auswahl seiner individuellen „lokalen Farbe“ stehen dem Besucher 216 Farben zur Verfügung. Eine Landschaftspostkarte als abstraktes Farbfeld von OFFENBACH AM MAIN trägt das Ergebnis dieser künstlerischen Kartierung im Anschluss zur LUMINALE vor und ist in Offenbach sowie durch die Künstlerin erhältlich. Projektförderung: Stadt Offenbach, Kulturamt und Dieter Faulenbach da Costa. Projekt DEUTSCHLAND GESICHT seit 2006.

MULTIPLE CHOICE

2014, City Kirche Konkordien, Mannheim, eine Intervention. Die Installation ‚MULTIPLE CHOICE‘ stellt eine Schnittstelle zwischen dem naturwissenschaftlichen und religiösen Suchprozess dar. Aus beiden Blickwinkeln betrachtend, versucht der Mensch das Leben zu verstehen. Eine Vielzahl von Modellen, Theorien, Hypothesen, Vermutungen, Fakten und eine Glaube helfen ihm dabei. In der Konkordien Kirche unterstützen vielseitige interreligiöse Fragestellungen die sinnstiftende Suche. Im Teilchenbeschleuniger der CERN such(t)en Physiker nach den Higgs-Teilchen (Higgs-Boson), das seine Masse durch die Wechselwirkung mit dessen Umgebung – dem Higgs-Feld – erhält. Die Physiker versuch(t)en das Standardmodell der Elementarphysik nachzuweisen. Manche bezeichnen dieses Elementarteilchen auch als GOTTESTEILCHEN. Künstlerisch transportiert wird das Konzept der Suche mit mehr als einem Kilometer langen ‚Tunnel-Röhren‘, die als lineare Raumzeichnungen über den Kirchenbänken aufgehängt werden. Die linienförmigen Tunnel-Röhren führen entweder zu potentiellen Zielen oder sie sind offen/ unterbrochen am Anfang oder Ende. Sie erzeugen durch a) die variierenden Kurvenradien, Linienlängen und Durchmesser b) durch ihre hohe sich wiederholende Anzahl und c) durch die verdichteten Verknotungen ein Gefühl 1) von multiplen Geschwindigkeiten, 2) von einer Vielfalt von Möglichkeiten, 3) von einem variierenden Grad von Komplexität.

AEHETTRA Raum

2013, BUILD Doppelausstellung mit Michael Craik (Schottland). In BOK, Galerie Salon 13, Offenbach am Main. Zur AEHETTRA.

XTRA.ordinary

2010, die Installation XTRA.ordinary, Kunstforum Mainturm, Flörsheim setzt konzeptuell die Serie BIOGRAMME fort. Die Installation ‚XTRA.ordinary‘ ist eine experimentelle Verbildlichung über die Beziehung von industriellen und menschlichen sowie gesellschaftlichen Rhythmen. Die Industriepalletten, die in zwei verschiedenen Höhen angeordnet sind und einen begehbaren Parcours zusammenstellen, folgen eine digitale Strenge (0-1-0-1-0-1-).

Lichtinstallation Wirbel

2004, Detail, Mischtechnik und Licht, Galeriehaus Nord e.V., Nuernberg, Gesamtgröße ca. 8 x 3 x 5 m.

Installation 'unentschieden!' (… nach dem Spiel …)

Spielfeld ist die Rotunde der Trinkkuranlage des Bad Nauheimer Kunstvereins. Als Betrachter*innen der Installation ‚unentschieden!‘ entziffern wir eine zum Still-Bild erstarrte visuelle Darstellung eines fiktiven, bereits beendeten Spiels. Gewöhnlich stehen sich in einem Spiel vergleichbare Parteien gegenüber. Bei ‚unentschieden!‘ sind ungleiche Teilnehmer in einem unsymmetrisch aufgebauten Spiel involviert. Frei und flexibel schwebende Körper teilen sich das aktive Spielfeld mit Netzen und Fangtrichtern, die den Anschein erwecken, sammeln, festhalten und den Raum strukturieren zu wollen. Den Spielenden sind verschiedene Eigenschaften zugeteilt, zu deren Vergleich strenge Maßstäbe nicht festgelegt wurden. Demzufolge bleiben auch Regeln, Ablauf und Spieltaktik bei ‚unentschieden!‘ verborgen und rätselhaft. Aus diesem Konstrukt heraus testet die Installation ‚unentschieden!‘ als experimentelles Spielfeld beispielsweise folgende Fragestellungen: Wie begegnen wir einer Situation oder einem Spiel, das aus Andeutungen und nur aus spekulativ basierten Abläufen besteht? Können wir die Ruhe beim Betrachten bewahren, wenn die Klarheit durch Regeln nicht das oberste Erkennungsmerkmal ist? Wie viel Freischwebe-Körper ertragen und wie viel Struktur benötigen wir? Wie stark beeinflussen die Regeln und Strukturen eines bekannten Spiels die Entscheidungen in der Gesamtgesellschaft?

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DBB: Warum zeigen Künstler –  Ihrer persönlichen Einschätzung davon –  überhaupt so gerne Installationen?
MHH:
Es ist die wohl vermeintlich unendlich große Menge der Kombinationsmöglichkeiten und das vielschichtige Instrumentarium, die die Einschränkung zunächst minimiert. Der Reichtum an räumlichen und inhaltlichen Spannungsverhältnissen, die dadurch aktiviert werden können, schafft eine immaterielle Atmosphäre, die durch die Präsenz von Künstler und Besucher nachgespürt werden kann. Eine Erweiterung oder Ausdehnung der sonstigen Realität findet statt.
Kurzum die Sehnsucht nach dem Bedarf an vielseitigen Wechselwirkungen bleibt eine treibende Kraft.

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VIDEO (5 s.) CIRCUIT über die temporäre Intervention, Maschinenhalle Museum Groß-Auheim, Hanau